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Bandgeschichte

Es ist das Jahr in dem die Raumfähre Challenger kurz nach dem Start explodiert. Die Sowjetunion schickt die Raumstation MIR in die Umlaufbahn und im April geht das Atomkraftwerk Tschernobyl in die Luft. Olof Palme wird ermordet. Die DDR erkennt Eurochecks an, der Geschwindigkeitsrekord für Fahrräder klettert auf 105,4 km/h und am Jahresende gibt es die Panne des Jahres: die ARD wiederholt Bundeskanzler Kohls Ansprache aus dem Vorjahr.
Das ist die Welt des Jahres 1986, in der im Herbst die mitte big band ihr Anfänge nahm.

Los ging es damals, am 15.10.1986 im Stuttgarter Jugendhaus Mitte. Jazzbegeisterte Amateurmusiker und -musikerinnen hatten das Angebot wahrgenommen, an einem einsemestrigen Kurs "Bigband" teilzunehmen. Das muss damals schon mächtig Spaß gemacht haben, denn die Teilnehmer wollten nach einem Semester noch nicht aufhören. Und weil niemand wusste, ob und wie lange das Experiment Bestand haben würde, beschied man sich hinsichtlich des Namens pragmatisch und ungekünstelt mit mitte big band.

So abenteuerlich, wie das ganze Vorhaben, war auch die erste Besetzung: der Trompetensatz bestand aus zwei Klarinetten und einer Trompete, der Posaunensatz stützte sich auf immerhin eine Tuba; drei Alt- und ein Tenorsaxofon bildeten den Saxofonsatz. Als Rhythmusgruppe hatten sich Klavier und Schlagzeug gefunden.

Zunächst probten und spielten die Musiker einfache Arrangements und entwickelten dabei aber die wohl nachhaltigsten Werte einer Band: Gemeinschaftssinn und eine schier bodenlose Spielfreude. Das war angesichts der häufigen Besetzungswechsel sicherlich einer der gewichtigsten Gründe für die Zuversicht und den langen Atem, die einzelne Bandmitglieder und allen voran der Leiter Arne Meerwein aufbrachten, am Aufbau der Band unbeirrt weiter zu arbeiten.

Die Band probte zwar bald nicht mehr im Jugendhaus Mitte, der Bandname stand bis dahin jedoch unverrückbar fest. Für den richtigen Sound sorgt lange schon die klassische Big-Band-Besetzung mit vier Trompeten, vier Posaunen, vier Saxofonen und einer Rhythmusgruppe aus Bass, Gitarre, Percussion, Drums und Klavier, dabei sind viele der Instrumente sogar doppelt besetzt. Zwei herausragende Sängerinnen geben den Auftritten mit herausragenden Stimmen und Bühnenpräsenz eine besondere Note.

Und auch der Anspruch der Band hat sich entwickelt: semiprofessionelle, oft eigens für die Band geschriebene Arrangements bestimmen heute das Repertoire. Das Spektrum erstreckt sich von Swing-Standards der Vierziger über klassische Big-Band-Jazz-Titel der Fünfziger und Sechziger bis hin zu Rock- und Latin-Jazz-Klassikern. Seit einiger Zeit werden auch Stücke speziell für die Band komponiert.

30 Jahre sind ein respektables Alter für eine Non-Commercial-Bigband, eine Bigband ohne jegliche institutionelle Organisation. Das sind 30 Jahre Engagement und Herzblut - ganz besonders von Arne Meerwein. Das sind auch 30 Jahre Hobeln und Feilen an der Qualität. Und 30 Jahre Spaß am Musikmachen!

[anlässlich des 30-jährigen Band-Jubiläums 2016]